Wie alles anfing ...
Der Weinbau ist schon seit vielen Jahrhunderten in beiden Familien Tradition:
am Kaiserstuhl väterlicherseits und mütterlicherseits in Hainfeld/Pfalz! Und
wie Ihr Euch ja sicher denken könnt, wo die Liebe hinfällt kann's passieren.
Einer der schönsten Sprüche, den ich kenne, lautet:
Ohne Liebe ist das Leben, wie ein Weinstock ohne Reben!
1958 entschlossen sich meine Eltern auf jetzigem Grund einen neuen Weinbaubetrieb
zu bauen. 1977 habe ich selbstverantwortlich die erste Ernte eingebracht und damit
den kompletten Betrieb von meinem Vater übernommen!
Gleich im Frühjahr darauf fiel aus mehreren Gründen die Entscheidung als erstes
Gerät einen Kompoststreuer anzuschaffen.
Es war mir am Wichtigsten den Humusgehalt des Bodens zu erhöhen.
Wir hatten nicht nur durch verrotteten Stallmist, Kompost und Ähnliches, sondern
auch durch verschiedene Grünsaaten zwischen den Zeilen, das Bodenleben behutsam
aufgebaut und nachhaltig aktiviert. Denn nur ein gesunder Boden, kann gesunde
Früchte hervorbringen!
1983 beendete ich meine Ausbildung als Winzermeister. Da wir schon mehrere Jahre
dabei waren den Boden umzustellen und somit nur noch, "natürlich" gedüngt haben
(Verzicht auf synthetische Dünger) war die logische Schlussfolgerung auch den
Pflanzenschutz umzustellen. 1984 im Frühjahr haben wir einen Sud aus
Ackerschachtelhalm, Wermut, Brennnessel und anderen Kräutern hergestellt.
Diesen haben wir mit Wasser verdünnt und zum Test in einer Müller Thurgau Anlage gespritzt.
Wir waren über den Erfolg so verblüfft und überzeugt, dass wir im folgenden Jahr mit viel Mut den kompletten Betrieb auf ökologische Anbauweise umstellten.
Dies war ein großes Risiko, denn damals gab es nur, "eine Handvoll Verrückter", auf deren Erfahrung man sich berufen konnte.
Bei diesem letzten Schritt verzichteten wir völlig auf den Einsatz von Pestiziden, wie Fungizide oder Herbizide (Unkrautvernichtungsmittel) und Ähnlichem.
Diese ganze Umstellung hatte einen größeren Zeitaufwand durch Beobachtungen und mehr Handarbeit zur Folge. Da wir auf den Einsatz von chemischen Zusätzen im Anbau verzichten, können in den Trauben keine schädlichen Rückstände vorhanden sein.
Allerdings ist im Durchnitt der Jahre ein Drittel weniger Ertrag die Folge, was durch die frühe Reife meistens eine bessere Qualität hervorbringt.
Eine intakte Natur mit einer Vielfalt an Flora und Fauna, ein gesunder Boden und sauberes Grundwasser kommt uns und vor allem unseren Kindern zugute.
Wohl bekomm's!